Vom Stabilitätsanker zum Krisen-Hotspot: Hintergründe und Konsequenzen des Militär- putsches in Niger
Coherent Identifier 20.500.12592/hmg7qs

Vom Stabilitätsanker zum Krisen-Hotspot: Hintergründe und Konsequenzen des Militär- putsches in Niger

22 November 2023

Summary

Lediglich ihre Anschläge verübten sie auf der anderen Seite der Grenze, in Mali.9 Zudem wurde es in Militärkreisen, aber auch in der Öffentlichkeit als Hohn empfunden, dass Bazoum offen zugab, im Rahmen der Politik der „ausgestreckten Hand“ auch Gefangene freigelassen und sie zu Gesprächen im Präsidentenpalast empfangen zu haben,10 oder dass er jüngst in einem Interview „Terroristen“ als „stärker. [...] Auch wenn der Rückgang der Zahl dschihadistischer Anschläge oder die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage eine positive Regierungsbilanz Bazoums nahelegen – Zahlen und Statistiken verhalfen der Regierung letztlich nicht zum notwendigen Zuspruch der Bevölkerung. [...] Zudem befeuerten sowohl die harten Sanktionen, welche die ohnehin prekäre Versor- gungslage der Bevölkerung nochmals verschärften, als auch die Sorge vor einem militäri- schen Eingreifen der ECOWAS die Unterstützung der Bevölkerung für die Putschisten. [...] Möglich ist auch, dass der Rückhalt der Bevölkerungsteile, die das Militär derzeit als trei- bende Kraft des politischen Wandels sehen, mit der Zeit schwindet, sollten sich die Hoff- nungen auf eine Verbesserung der Lebensumstände nicht erfüllen. [...] In der Charta haben sich die Militärjuntas der drei Länder verpflichtet, einander im Falle eines Angriffs auf die Souveränität sowie bei der Bekämpfung von Rebellionen und Terrorismus zu unterstüt- zen.29 Sollte Nigers Armee sich an Gefechten gegen die Separatistengruppen in Mali beteili- gen, könnte die vom ehemaligen nigrischen Tuareg-Rebellenführer und späteren Staatsmi- nister Rhissa Ag Boula.

Pages
10
Title in English
From anchor of stability to crisis hotspot: Background and consequences of the military coup in Niger [from PDF fonts]
Published in
Germany

Creators/Authors